Interview mit Federica de Cesco | Plan International Schweiz Direkt zum Inhalt

Interview mit Federica de Cesco

10. Mai 2017
Federica de Cesco setzt sich im Matronat der Bewegung «Schweizer Frauen für Mädchen weltweit» für die Förderung und den Schutz von Mädchen und jungen Frauen ein. Im Interview erklärt sie unter anderem, weshalb sich ihre Geschichten meistens um starke Mädchen drehen und was sie mit der Bewegung erreichen möchte.

Autorin Federica de Cesco setzt sich - zusammen mit Plan International Schweiz - für die Bildung von Mädchen ein

In Ihren Geschichten stehen oft starke Mädchen im Mittelpunkt. Weshalb?

Federica de Cesco: Als Kind war ich eine Leseratte und habe nach Büchern gesucht, in denen Mädchen Abenteuer erlebten, die ich auch erleben wollte. Meine Suche blieb jedoch erfolglos, da zu meiner Zeit weibliche Hauptfiguren praktisch nicht existierten. Als ich dann anfing zu schreiben, entschied ich mich, das zu ändern. Ich liess Mädchen all die Dinge erleben, die ich mir selbst erträumt hatte. Zu Beginn meiner Karriere als Autorin war mir gar nicht bewusst, dass ich mit meinen Geschichten so viele Mädchen inspirieren würde. Ich verfolgte damals nur einen Zweck, und zwar, meine Träume wahr werden zulassen.  

Was hoffen Sie mit der Bewegung «Schweizer Frauen für Mädchen weltweit» zu erreichen?

Mit meinem Engagement hoffe ich, einen winzig kleinen Teil dazu beizutragen, dass in den Regionen, in denen Mädchen noch immer weniger Zugang zu Bildung als Buben haben, ein Umdenken stattfindet. Mädchen haben ein Recht auf Bildung und sollen dieses auch einfordern können. Ich unterstütze die Bewegung von Plan International Schweiz, weil es eine transparente Organisation ist. Ich weiss, dass die Projekte tatsächlich umgesetzt werden und positiv zur Entwicklung der Regionen beitragen.

Haben Sie Diskriminierung schon einmal am eigenen Leib erlebt?

Ich hatte das Glück, dass mich in meiner Entwicklung niemand gehemmt hat. Im Gegenteil, mein Vater förderte mich und erweiterte meinen Horizont. So hat er mich zum Beispiel nachts nach draussen geführt und mir die Konstellationen der Sterne erklärt. Die Freiheit, die ich hatte, wünsche ich mir auch für die Mädchen weltweit.

Welche Massnahme würden Sie umsetzen, wenn Sie Politikerin wären?

Es gab eine Zeit, da wollte ich sogar Politikerin werden. Ich habe diesen Weg dann nicht eingeschlagen, weil ich vermutlich kein genug dickes Fell dafür habe. Aber wenn ich die Möglichkeit hätte, würde ich per sofort alle Benachteiligungen für Mädchen aus der Welt schaffen. Insbesondere würde ich dagegen vorgehen, Frauen in Führungspositionen oder dergleichen immer noch speziell hervorzuheben. Eine Frau an der Spitze eines Konzerns sollte selbstverständlich sein.

Sie sind Mutter von zwei Töchtern und einem Sohn. Welche Werte haben Sie ihnen mit auf den Weg gegeben?

Eigenständigkeit und Fantasie hatten für mich Priorität. Es ist wichtig, dass man versucht, seine Träume zu realisieren und nicht nur davon zu sprechen. Sozusagen einen pragmatischen Willen zu entwickeln, seine Träume wahr werden zu lassen. Es gibt zu viele Menschen, die in ihrer Entwicklung extrem eingeschränkt sind oder sich einschränken lassen. Dagegen trete ich an.

Werden Sie Teil der Bewegung «Schweizer Frauen für Mädchen weltweit» >>