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Wasser als Lebensgrundlage und Lebensgefahr

15. Mai 2017
Wasser, sanitäre Anlagen und verbesserte Hygiene verändern das Leben von Mädchen zum Positiven. Wasser kann aber auch lebensbedrohlich sein. Naturkatastrophen vernichten Hab und Gut, zerstören Häuser und töten Menschen, darunter viele Kinder. Plan International erleichtert deshalb Familien den Zugang zu Wasser und hilft ihnen gleichzeitig, sich vor Überschwemmungen zu schützen.

Abla lebt in Agbandao, einem kleinen Dorf im Westen Togos. In der Trockenzeit musste sie früher jeden Tag zwei Kilometer gehen, um Wasser aus einem weit entfernten Wasserloch ins Dorf zu tragen. «Ich und meine Mutter gingen oft zusammen, wir trugen Behälter mit 32 Litern Wasser für den täglichen Verbrauch unserer Familie.» Das Transportieren von Wasser ist meistens Aufgabe der Mädchen und Frauen im Dorf. Abla war deshalb oft viele Stunden unterwegs; in dieser Zeit fehlte sie in der Schule und verpasste den Unterricht. Dank des Brunnens, den Plan International zusammen mit der Dorfbevölkerung in Agbandao gebaut hat, hat das Dorf nun sauberes Trinkwasser, und Abla kann jeden Tag die Schule besuchen.

Toiletten zum Schutz der Mädchen

Peace ist vierzehn Jahre alt und lebt im Osten Ghanas. In ihrer Schule gibt es keine Toiletten, und so muss sie «ihr Geschäft» immer in den Büschen nahe der Schule erledigen. Peace fühlt sich dabei oft nicht wohl, weil sie sich dafür öffentlich ausziehen muss. Auch schämt sie sich, wenn sie ihre Monatsblutungen hat. Das Thema wird tabuisiert, für die Mädchen und Frauen gibt es keine Hygieneartikel wie beispielsweise Binden.

So geht Peace nicht zur Schule und bleibt zuHause, wenn sie ihre Tage hat. Dank dem Bau von sicheren, geschlechtergetrennten Toiletten wie auch dem Verteilen von Hygieneartikeln und Seifen zum Händewaschen kann Peace auch während ihrer Monatsblutungen zur Schule gehen.

Wasserfonds für Brunnen, Toiletten und Hygiene

Mit dem Wasserfonds von Plan International Schweiz fördern wir den Bau von Brunnen und sanitären Anlagen in abgelegenen Regionen in Ghana, Togo und Kambodscha sowie die Verteilung von Hygieneartikeln. Denn sauberes Wasser und Toiletten verändern das Leben von Mädchen wie Abla und Peace und ermöglichen, dass sie sich gesund entwickeln und zur Schule gehen können.

 

Wasser als Lebensgefahr

In den letzten 100 Jahren sind vier Millionen Menschen (das entspricht der Hälfte der Schweizer Bevölkerung) wegen Flutkatastrophen gestorben. In Nepal ist vor allem die Monsunzeit von Juli bis September gefährlich. In diesen Monaten sterben Hunderte von Menschen, weil Flüsse über die Ufer treten und alles mit sich reissen.

Schutz vor Überschwemmung

Die Kinder und Erwachsenen im Dorf Pulthegauda-Jabdi, die nahe des Flusses Koshi leben, werden oft von Überschwemmungen heimgesucht. Plan International unterstützt die Bevölkerung, damit sie besser auf die Monsunzeit vorbereitet ist und sich vor drohenden Überschwemmungen schützen kann. So werden die Flussufer mit Bambus, Ginster und Gras bepflanzt, die als natürliche Schutzschilde gegen den steigenden Wasserpegel dienen. Auch wird das Thema «Überflutung » in den Schulen behandelt; die Kinder erstellen gemeinsam mit den Lehrkräften Evakuierungspläne und üben den Ernstfall. Zusätzlich lernen die Schülerinnen und Schüler und die ganze Dorfbevölkerung in Erste- Hilfe-Kursen, wie sie den Menschen helfen können, die bei Überschwemmungen verletzt werden.

Zusammenarbeit mit Z Zurich Foundation

In einem zweijährigen Projekt von Plan International Schweiz und der Z Zurich Foundation – einer Stiftung der Zurich Versicherung – wird die Widerstandsfähigkeit (Resilienz) von Gemeinden gegenüber Katastrophen gestärkt und die Handlungsfähigkeit der teilnehmenden Dörfer erhöht. So lernen die Kinder und ihre Familien, aktiv mit Fluten umzugehen.

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