Gemeinsam stark gegen Gewalt | Plan International Schweiz Direkt zum Inhalt

Gemeinsam stark gegen Gewalt

5. Dezember 2017
Am 25. November startete die internationale Kampagne „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“. Gewalt an Mädchen und Frauen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzung in der Welt. Plan International macht unter anderem Jugendliche stark, sich gegen Gewalt, Diskriminierung und Stereotype einzusetzen.

In Lateinamerika ist das Risiko, dass Mädchen diskriminiert werden und von verschiedenen Formen psychischer und physischer Gewalt betroffen sind, besonders hoch. Neben dem diskriminierenden Frauenbild wird in der traditionellen Rollenverteilung auch von den Männern erwartet, dass sie als „ganzer Kerl“ Probleme mit Gewalt lösen und sich Frauen gegenüber dominant verhalten. Um diesem Missstand entgegenzuwirken, setzt Plan International mit Aufklärungsarbeit bei Jugendlichen an, die ihr Wissen an Gleichaltrige weitergeben können. In einer Gemeinde in der Bergregion von Madriz in Nicaragua werden deshalb Mädchen und Jungen gemeinsam zu Botschaftern für die Gleichberechtigung, sogenannte „Champions of Change“ ausgebildet. „Früher dachten wir, dass Mädchen nicht die gleichen Dinge tun können wie Jungen, und dass sie verschiedene Rollen zu spielen haben. Aber jetzt haben wir gelernt, dass wir beide das Gleiche tun können“, erklärt der 16-jährige Oscar.

Verhaltensweisen und Einstellungen hinterfragen

Kinder und Jugendliche lernen in dem „Champions of Change“-Programm die Bedeutung von Gleichberechtigung. Die geschlechtsspezifische Gewalt, einschliesslich Belästigungen, steht dabei ganz oben auf der Agenda. In Trainings wird den Jugendlichen erklärt, wie sie sich vor den verschiedenen Gewaltformen schützen können. Zudem lernen sie, vor allem auch die Jungen, wie verletzend schon Verhaltensweisen wie Hänseleien, das Hinterherrufen oder Belästigungen auf der Strasse sein können. So werden sie ermutigt, ihre alltäglichen Verhaltensweisen zu hinterfragen und ihre Einstellungen zu Frauen zu reflektieren - und zu ändern. „Wenn wir uns in einer Gruppe unterhielten und ein Mädchen vorbeiging, haben wir immer Dinge gesagt, durch welche sie sich schlecht fühlte und ihren Namen gerufen. Deshalb haben wir eine Übung gemacht, in der ein Junge an einer Gruppe anderer Jungen vorbeigehen musste, die ihm die gleichen Dinge sagten, wie sie es bei einem Mädchen gemacht hätten. Wir haben dadurch gemerkt, was für ein blödes Gefühl das ist und dass wir so etwas nicht tun sollten“, sagt Oscar.

Die jungen Teilnehmenden werden dazu ausgebildet, Multiplikatoren in ihrer eigenen Gemeinde zu werden, um das Gelernte auch an Familienmitglieder und andere Jugendliche weitergeben zu können. „Nun kenne ich meine Rechte und weiss, wie ich mich selbst verteidigen kann und wie ich andere dazu bringen kann, meine Entscheidungen zu respektieren. Es gibt mir das Gefühl, dass ich anderen Mädchen ein Beispiel sein muss“, erklärt die Teilnehmerin Sandra. „Wir müssen dafür kämpfen, dass der Punkt erreicht wird, an dem alle Männer und Frauen die gleichen Chancen haben und gleich behandelt werden“, sagt Oscar.

Unterstützen Sie unseren Mädchenfonds>>