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Aktivistin Urmila Chaudhary für ihren Mut ausgezeichnet

13. März 2018
Urmila Chaudhary arbeitete elf Jahre lang als Kamalari in Nepal. Heute setzt sie sich als Menschenrechtsaktivistin gegen Leibeigenschaft ein. Dafür wurde sie nun in den Niederlanden ausgezeichnet.

 

Der jungen Nepalesin Urmila Chaudhary wurde in den Niederlanden der „Laureate Freedom from Fear Award 2018“ überreicht. Der Preis wird alle zwei Jahre an Menschen und Organisationen vergeben, die sich im besonderen Masse für Freiheit und Menschenrechte einsetzen. Urmila erhielt den Preis für Mut im unaufhörlichen Einsatz, das sogenannte "Kamalari-System" zu beenden. Auch setzt sie sich für die Rechte von Mädchen und hier besonders für das Recht auf Bildung ein. 

Das Kamalari-System, auch Kamaiya genannt, ist eine Form der Leibeigenschaft, bei der Mädchen an reiche Familien „verkauft“ werden, um dort zu arbeiten und zu leben. Die armen Familien der Mädchen sehen hierin eine Chance, Einkommen zu erzielen und ihr Überleben zu sichern. Diese Praktik ist seit dem Jahr 2000 illegal, wird aber trotzdem in Nepal weitergeführt.  

Elf Jahre als Sklavin

Urmila Chaudhary lebte im Süden Nepals und wurde mit sechs Jahren von ihren Eltern als Kamalari in die Hauptstadt Kathmandu verkauft. Dort arbeitete Urmila über elf Jahre bei reichen Familien, bis Plan International Nepal se aus ihrer Lage befreite. Nach ihrer Freilassung aus der Sklaverei konnte sich Urmila ihren Traum erfüllen und endlich zur Schule gehen. 

Heute ist sie eine einflussreiche junge Frau und Menschenrechtsaktivistin. Auch war sie lange Zeit „Because I Am A Girl“-Botschafterin von Plan International Nepal. Urmilas Biografie „Sklavenkind“ ist in Deutschland seit 2011 erhältlich. 2016 erschien mit „Urmila– für die Freiheit“ ein Dokumentarfilm über Urmilas Leben und ihr Engagement.