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Parbati ist keine Sklavin mehr

29. Mai 2018
Den Kamalari-Mädchen in Nepal bleibt die Chance auf ein menschenwürdiges Leben verwehrt. Sie werden im Kindesalter versklavt und sehen nicht mehr von der Welt, als die Arbeit auf dem Feld. Parbati hat es als eine von wenigen geschafft. Sie konnte sich von den Fesseln befreien.

Parbati Chaudhary war noch ein Kind, dennoch war sie gezwungen, im Haushalt eines fremden Mannes unter menschenunwürdigen Zuständen zu arbeiten. Parbatis Schicksal ist kein Einzelfall. Bis heute ist es in einigen Bezirken Nepals üblich, dass arme Familien ihre Töchter verkaufen. Die sogenannten Kamalari-Mädchen schuften Tag und Nacht, haben oft nicht genug zu essen und können nur davon träumen, eine Schule zu besuchen. Dank Plan International ist Parbati nun frei. Sie konnte eine Ausbildung absolvieren und arbeitet nun als Gesundheitsassistentin. Doch der Weg bis zur Freiheit und Selbstbestimmung war lang und schwer.

Schläge für Hausaufgaben

Aufgrund eines Wildpark Reservats zwang die nepalesische Regierung Parbatis Familie deren Zuhause zu verlassen. Ihre Eltern wurden Kamaiyas (Schuldarbeit) und ihre drei Töchter arbeiteten als Kamalari bei einem fremden Mann als Haushaltssklavinnen. Parbati bat ihre Eltern, sie in der Schule anzumelden – was sie auch taten. Doch er wollte sie bei der Arbeit und nicht in der Schule sehen. Sie musste kochen, das Vieh versorgen, Gras mähen und auf dem Feld abreiten. Dann erst hatte sie Zeit für sich – oder in Parbatis Fall – für die Schule. Wegen der vielen Arbeit kam sie ständig zu spät in den Unterricht und sie wurde von dem Mann geschlagen, wenn er sie bei den Hausaufgaben erwischte. Nach acht qualvollen Jahren als Kamalari-Mädchen wurde sie gerettet. Auch ihre Eltern sind mittlerweile keine Kamaiyas mehr, da die Regierung dieses System abgeschafft hat. 

Das Unvorstellbare ist eingetroffen

Nach der Rettung hat Parbati eine dreijährige Ausbildung zur Gesundheitsassistentin abgeschlossen und arbeitet nun beim Gesundheitsamt im Bezirk Mahottari. Diese Ausbildung wurde ihr dank einem Stipendium der Hochschule ermöglicht. Gleichzeitig unterstütze sie Plan International mit einer Unterkunft, Essen und Materialien für die Schule. Zudem wurde sie von Plan International für den Vorbereitungskurs gecoachet, da es in Nepal sehr schwierig ist, für technische Fächer zugelassen zu werden. Parbati habe nie mit einer Rettung aus dem Haus ihres Meisters gerechnet, erzählte sie einmal. Und auch nicht damit, eine technische Ausbildung zu lernen. «Ich fühle jetzt, dass sich mein Leben langsam ändert», sagt sie und fügt an: «Meine Ausbildung ist ein wahrer Glücksfall, meine Familie hätte sich diesen Kurs nie leisten können. Dafür danke ich Plan International.»

Ich will Kamalari-Mädchen unterstützen!