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Alle drei Sekunden wird ein Mädchen zur Heirat gezwungen. Einige Mädchen sind dabei erst fünf Jahre alt. In Entwicklungsländern heiratet eines von drei Mädchen vor dem 18. Altersjahr. Dies hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Leben der Mädchen und auch auf die gesamte Gemeinschaft. Mit gezielten Sensibilisierungsmassnahmen wirkt Plan International in den betroffenen Ländern den Kinderheiraten entgegen.

Werden Kinder vor ihrem 18. Lebensjahr verheiratet, spricht man von einer Kinderheirat. Meistens sind es Mädchen, die bei der Heirat minderjährig sind, ihre Ehemänner sind oft um ein Vielfaches älter.

Die Gründe für Kinderheiraten sind vielschichtig. Meist sind die Armut der Familien, traditionelle Rollenbilder und Glaubens­vorstellungen die treibenden Kräfte für die frühe Verheiratung.

Mit der Heirat endet für die Mädchen die Kindheit abrupt und viel zu früh. Die elementarsten Kinderrechte wie das Recht auf Gesundheit, auf Bildung und auf Schutz werden ihnen verwehrt.

Früh verheiratete Mädchen werden früher Mütter – dadurch steigt das Risiko von Todesfällen aufgrund der Schwangerschaft und Geburtskomplikationen. So sind in Entwicklungsländern Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen bei Mädchen zwischen 15 und 19 die häufigste Todesursache.

Die Fakten:

  • Weltweit wird alle 3 Sekunden ein Mädchen oder eine junge Frau vor ihrem 18. Altersjahr zu einer Heirat gezwungen.
  • Eines von drei Mädchen in Entwicklungsländern heiratet vor dem 18. Altersjahr, eines von sieben Mädchen heiratet vor dem 15. Altersjahr.
  • In Ländern wie Mali, Bangladesh, Niger oder Guinea sind mehr als 60 % der Mädchen von Kinderheiraten betroffen.

Unser Plan gegen Kinderheiraten

Mit umfassenden Programmen zur Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung wirkt Plan International in den betroffenen Ländern den Kinderheiraten entgegen. Ferner setzt sich Plan International dafür ein, dass junge Frauen einen besseren Zugang zu Gesund­heitszentren erhalten und über Familienplanung und über sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV/Aids informiert werden.

Insbesondere setzt sich Plan International dafür ein, dass Mädchen Zugang zu Bildung erhalten, eine Schule besuchen können und die obligatorische Schulzeit auch abschliessen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Frauen, die eine Ausbildung absolviert haben, später heiraten, später Mütter werden und gesünder sind. 
Im Rahmen der Bildungsprogramme von Plan International werden nicht nur die Bedingungen des Schulbesuchs für Mädchen verbessert, z. B. durch den Bau von separaten Latrinen. Plan International schult und sensibilisiert auch das Lehrpersonal und ermutigt Mädchen, die Schule abzuschliessen.

In Gesprächen mit Kindern, Eltern und Gemeinden erläutern die Plan-Mitarbeitenden die langfristigen negativen Folgen von Kinderheiraten. Theateraufführungen sowie Video- und Radioprojekte zum Thema Kinderheirat und Informationstafeln mit bildlichen Darstellungen machen auf anschauliche Art auf die Folgen von Kinderheirat aufmerksam. Dies ist besonders in Gegenden mit hoher Analpha­betenrate und einer starken Tradition der mündlichen Überlieferungen und tänzerischen Darstellungen wichtig.

In Kinder- und Jugendclubs besprechen Kinder Themen, die sie belasten und finden Mut, diese vor den Erwachsenen anzusprechen und sich für ihre Rechte einzusetzen.

In Kooperation mit Ministerien, internationalen und nationalen Nichtregierungsorganisationen sowie mit Frauenverbänden führt Plan International öffentliche Aktionen und Kam­pagnen durch, die auf die Folgen von gefähr­lichen Praktiken wie die Kinderheirat aufmerksam machen.

Der Plan-Bericht "A girl's right to say no to marriage" liefert aktuelle Hintergrundinformationen zu Kinderheiraten


Helfen Sie mit im Kampf gegen Kinderheiraten!

Unterstützen Sie unser Hilfsprojekt "Kampf gegen Kinderheirat in Niger" mit einer Spende:
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Das folgende Video aus Niger zeigt die Problematik der Kinderheiraten auf: