Hilfsprojekt Schutz vor Beschneidung in Kenia Direkt zum Inhalt

Schutz vor Beschneidung in Kenia

Die weibliche Genitalbeschneidung ist in Kenia weit verbreitet: Jede fünfte Frau ist beschnitten, in der Region Tharaka leidet sogar mehr als die Hälfte der Mädchen unter Beschneidung. Plan International setzt sich in der Region für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung der Mädchen und Frauen ein und kämpft auf allen gesellschaftlichen Ebenen für die Abschaffung dieses grausamen Rituals.

Die weibliche Genitalverstümmelung

Die weibliche Genitalverstümmelung bezieht sich auf sämtliche Eingriffe, die zu einer totalen oder teilweisen Entfernung der äusseren weiblichen Geschlechtsmerkmale führen. Diese Eingriffe werden aus kulturellen und nicht aus therapeutischen Gründen durchgeführt. Auch ist die Beschneidung nicht an eine bestimmte Religion gebunden - sie kommt sowohl in islamischen als auch in jüdischen, christlichen und lokalen Glaubensgemeinschaften vor.

Eine Tradition mit verheerenden Folgen

In Kenia werden Beschneidungen von traditionellen Beschneiderinnen mit groben und oft unsterilen Werkzeugen durchgeführt. Sie setzen bei dem Eingriff keine Betäubungsmittel ein und verwenden für das Stillen des Blutes und das Verheilen der Wunden traditionelle Verbände (Asche, Kräuter, Shea-Butter, Kuhdung etc.). 
Es ist offensichtlich, dass diese Praktik eine grosse gesundheitliche Gefahr für die betroffenen Mädchen und Frauen darstellt. Sie ist mit unerträglichen Schmerzen verbunden und führt zu Blutungen, Infektionen, Zysten, Inkontinenz, Komplikationen bei Geschlechtsverkehr und Geburt und oft auch zu Unfruchtbarkeit. Für viele beschnittene Mädchen und Frauen bringt die Beschneidung auch psychologische Probleme mit sich: Sie leiden an Depressionen und Angstzuständen. Die weibliche Genitalverstümmelung stellt eine gravierende Kinder- und Menschenrechtsverletzung dar.

Plan-Projekt gegen die Mädchenbeschneidung in Kenia

Plan International arbeitet seit 1982 in Kenia, seit 2014 setzen wir uns in der Region Tharaka gegen Beschneidung ein. Dabei arbeiten wir mit den NjuriNceke, zusammen, welche wichtige Entscheidungen in den Dörfern fällen. Auch konnten im Projekt Beschneiderinnen dazu gebracht werden, einen neuen Beruf zu lernen und sich aktiv gegen Beschneidung einzusetzen. Zudem lernten über 1‘000 Mädchen ihre Rechte kennen und viele Lehrer wurden darin gestärkt, das Thema Beschneidung und Kinderschutz aktiv zu behandeln.

Projektschwerpunkte

Im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung in Mali setzt Plan International folgende Massnahmen um:

  • Lokale Aktionen gegen Beschneidung in den Dörfern
    In den Dörfern werden Veranstaltungen zu Kinderschutz und gegen Beschneidung und Kinderheirat durchgeführt. Jugendgruppen werden befähigt und ausgebildet, um sich aktiv gegen Beschneidung zu engagieren. Auch werden Eltern an Diskussionsrunden eingeladen, um ihnen die Risiken und Gefahren für die Mädchen aufzuzeigen, Männer werden dabei speziell integriert. 
  • Stärkung des Kinderschutzes in den Dörfern
    Plan International organisiert lokale Diskussionsrunden mit Vorsitzenden der Regierung, Polizei und Justiz, um den Kinderschutz auf lokaler Ebene zu verbessern. Zusätzlich werden Diskussionsrunden mit den Dorfvorstehern und dem Rat der Ältesten, den NjuriNceke, durchgeführt, um ihnen die Gefahren und Risiken von Beschneidungen und Kinderheiraten für die Mädchen aufzuzeigen und ihnen die strafrechtliche Situation in Kenia zu erläutern.
  • Berufliche Ausbildung
    Die Mitglieder der bereits bestehenden 15 Frauengruppen werden in verschiedenen wirtschaftlichen Tätigkeiten ausgebildet. Sie erhalten zudem Ausbildungen in Finanzmanagement und Unternehmertum, damit sie unabhängig werden und ihre Kinder vor Kinderheirat und Beschneidung schützen können.
  • Unterstützung von Mädchen, die Opfer von Beschneidung wurden
    Mädchen, die nach der Beschneidung von der Schule genommen wurden, werden beim Schuleinstieg und bei der Ausbildung unterstützt. Sie erhalten finanzielle Unterstützung, damit sie sich Schulmaterialien kaufen und die Schule besuchen können. 

Ja, ich möchte das Projekt "Schutz vor Beschneidung in Kenia" unterstützen >>