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Schutz vor Beschneidung in Mali

Die weibliche Genitalverstümmelung ist in Mali weit verbreitet: Mehr als 90 Prozent der Frauen sind im Mädchenalter beschnitten worden. Plan International setzt sich in 180 Gemeinden Malis seit 1996 für das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung der Mädchen und Frauen ein und kämpft auf allen gesellschaftlichen Ebenen für die Abschaffung dieses grausamen Rituals.

Die weibliche Genitalverstümmelung

Die weibliche Genitalverstümmelung bezieht sich auf sämtliche Eingriffe, die zu einer totalen oder teilweisen Entfernung der äusseren weiblichen Geschlechtsmerkmale führen. Diese Eingriffe werden aus kulturellen und nicht aus therapeutischen Gründen durchgeführt. Auch ist die Beschneidung nicht an eine bestimmte Religion gebunden - sie kommt sowohl in islamischen als auch in jüdischen, christlichen und lokalen Glaubensgemeinschaften vor.

Eine Tradition mit verheerenden Folgen

In Mali werden Beschneidungen von traditionellen Beschneiderinnen mit groben und oft unsterilen Werkzeugen durchgeführt. Sie setzen bei dem Eingriff keine Betäubungsmittel ein und verwenden für das Stillen des Blutes und das Verheilen der Wunden traditionelle Verbände (Asche, Kräuter, Shea-Butter, Kuhdung etc.). 
Es ist offensichtlich, dass diese Praktik eine grosse gesundheitliche Gefahr für die betroffenen Mädchen und Frauen darstellt. Sie ist mit unerträglichen Schmerzen verbunden und führt zu Blutungen, Infektionen, Zysten, Inkontinenz, Komplikationen bei Geschlechtsverkehr und Geburt und oft auch zu Unfruchtbarkeit. Für viele beschnittene Mädchen und Frauen bringt die Beschneidung auch psychologische Probleme mit sich: Sie leiden an Depressionen und Angstzuständen. Die weibliche Genitalverstümmelung stellt eine gravierende Kinder- und Menschenrechtsverletzung dar.

Plan-Projekt gegen die Mädchenbeschneidung in Mali

Plan International kämpft in Mali seit 1996 gegen die Mädchenbeschneidung. Die Tradition der Genitalverstümmelung ist tief in der malischen Gesellschaft verwurzelt und die Erfahrung von Plan International hat gezeigt, dass die Abschaffung dieser Tradition nur über einen langfristigen, auf Respekt beruhenden Dialog mit allen Gemeindemitgliedern möglich ist. Plan International setzt sich deshalb dafür ein, dass die weibliche Genitalverstümmelung auf den unterschiedlichsten Ebenen thematisiert wird.

Projektschwerpunkte

Im Kampf gegen die Mädchenbeschneidung in Mali setzt PlanInternational folgende Massnahmen um:

  • Schulungen und Sensibilisierung der Gesamtbevölkerung
    Plan International erstellt didaktische Materialien für den Schulunterricht, damit die Kinder und Lehrpersonen im Bezug auf die Kinderrechte sensibilisiert werden und die Genitalverstümmelung im Unterricht thematisieren können. Mitglieder der Gemeinden, Männer und Frauen, Mädchen und Jungen, Alte und Junge, werden im Rahmen von Aufklärungsveranstaltungen in den Dialog einbezogen und darüber informiert, welche gravierenden Folgen die Genitalverstümmelung mit sich bringt.
  • Lobbying und Bilden von Netzwerken auf politischer Ebene
    Plan International engagiert sich gemeinsam mit anderen Organisationen in nationalen Netzwerken gegen die weibliche Genitalbescheidung. Bis heute gibt es in Mali kein Gesetz, das diese Menschenrechtsverletzung unter Strafe stellt. Deshalb unterstützt Plan International die Politikerinnen und Politiker bei der Ausarbeitung entsprechender Gesetzesvorlagen und steht in konstantem Dialog mit den Meinungsführern (religiöse Würdenträger, Dorfoberhäupter) und Medienverantwortlichen und klärt diese über die Kinderrechte und die Gleichstellung von Mädchen und Jungen auf.

Unterstützen Sie mit einer einmaligen oder regelmässigen Spende unseren Kampf gegen die Genitalverstümmelung in Mali: 

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