Sichere Städte für Mädchen | Plan International Schweiz Direkt zum Inhalt

Sichere Städte für Mädchen

In den drei Metropolen Delhi, Hanoi und Kampala hat Plan International das “Urban Programme - Sichere Städte für Mädchen und Frauen” ins Leben gerufen. Plan International will mit diesem Projekt mehr Sicherheit für Mädchen in ihrem Wohnumfeld sowie in öffentlichen Bereichen wie Märkten, Parks und Gemeinschaftseinrichtungen schaffen.

Ein Plan-Jugendclub in Hanoi (Vietnam) gegleitet Mädchen sicher zur Schule.

Tagtäglich erfahren Mädchen und junge Frauen in Grossstädten sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Gewalt. In einer Studie, die wir von Plan im Jahr 2012 in den Projektregionen durchführten, berichteten Mädchen von ihrer Angst vor allem in Bussen, auf dunklen Strassen und öffentlichen Plätzen. In Delhi gaben 54 Prozent der Mädchen an, in öffentlichen Verkehrsmitteln oft sexuell belästigt zu werden; in Kampala sagten 80 Prozent der Mädchen, dass sie sich an öffentlichen Plätzen nicht sicher fühlten. Sie verwiesen auch darauf, dass sie kaum Zugang zu Polizei oder Sicherheitskräften hätten. In diesem Kontext haben wir gemeinsam mit unseren Partnern im Februar 2014 das „Urban Programme – Sichere Städte für Mädchen und Frauen“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um ein global konzipiertes, lokal durchgeführtes Programm unter dem Dach der Kampagne Because I am a Girl.mit diesem Projekt mehr Sicherheit für Mädchen in ihrem Wohnumfeld sowie in öffentlichen Bereichen wie Märkten, Parks und Gemeinschaftseinrichtungen schaffen.

Was wir erreichen wollen

Mit diesem Projekt wollen wir Mädchen stärken, damit sie ihre Rechte einfordern und so für mehr Sicherheit in ihrem Lebensumfeld eintreten können. Gleichzeitig sollen die Möglichkeiten zur Partizipation von Mädchen und Jungen bei der Gestaltung und Entwicklung ihrer Stadt verbessert werden. Der Schwerpunkt der Projektaktivitäten liegt dabei auf den Armenvierteln und Slums der drei Metropolen Delhi, Hanoi und Kampala. Dort, wo Mädchen in beengten Verhältnissen leben und einem besonders hohen Risiko von Gewalt und sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Mädchen in ihrem Viertel sicher bewegen und ohne Gefahr Bus fahren oder andere öffentliche Verkehrsmittel nutzen können. Rund 7.000 Mädchen und 5.600 Jungen im Alter von 13 bis 18 Jahren wirken aktiv daran mit, Bewohnerinnen und Bewohner für die Gefahren zu sensibilisieren, denen Mädchen in der Stadt ausgesetzt sind. 

Was wir dafür tun

Mehr Sicherheit für Mädchen im öffentlichen Raum

Zusammen mit den Projektteams planen und gestalten Mädchen die Massnahmen aktiv mit, die ihr Lebensumfeld sicherer machen sollen. In regelmässigen Treffen mit Stadträten und Regierungsvertretern stellen sie die Gefahren dar, denen sie in ihren Stadtvierteln begegnen. Sie machen Vorschläge zu Verbesserungen in der Stadtplanung und informieren, welche bisherigen Aktionen gut funktionieren und wo die Sicherheit für Mädchen und Frauen erhöht werden muss. Dabei stützen sich die Jugendlichen auf die Ergebnisse sogenannter Safety Walks. In diesen dokumentieren sie – schriftlich und mit Kameras ausgerüstet – die Strassen und Plätze in ihrem Stadtteil, die sie als unsicher oder gefährlich einstufen. So erstellen sie Karten ihres Wohngebiets und melden der Polizei die Brennpunkte, die sie dabei entdecken. 

Sicher unterwegs in öffentlichen Verkehrsmitteln

Gemeinsam mit den Betreibern von öffentlichen Verkehrsmitteln erarbeiten die Jugendlichen konkrete Handlungsempfehlungen, um sexuelle Belästigung in Bussen, Bahnen und Taxis zu reduzieren. Besonders Bus- und Taxifahrer sowie Reisende werden gezielt angesprochen. Durch Infoblätter und Plakate werden sie aufgefordert, Zivilcourage zu zeigen und Mädchen in prekären Situationen zu unterstützen. Ziel ist es, gemeinsam für Aufklärung zu sorgen und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für Mädchen und junge Frauen sicherer zu machen. Zusammen mit unseren Partnern führen wir zudem eine Studie zur Organisation und zum Aufbau von formellen und informellen Verkehrsmittelnetzen in allen drei Städten durch. So sollen weitere Risiken für Mädchen und Frauen erkannt und entsprechende Sicherheitsmassnahmen erarbeitet werden. 

Partizipation von Jugendlichen stärken 

Plan-Jugendclubs bieten Mädchen einen geschützten Raum, um Erfahrungen auszutauschen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. über Themen zu ihrer Sicherheit oder Gefahren, die sie bei ihren Safety Walks entdecken. In den Mädchenclubs stärken sie ihre argumentativen Fähigkeiten und Führungskompetenzen, und lernen, wie sie sich für ihr Recht auf Partizipation und körperliche Unversehrtheit einsetzen können. In Gruppen und unter Leitung von geschulten Trainerinnen und Trainern beschäftigen sich Jungen und Mädchen mit Geschlechterrollen, Sexualität, gewaltfreier Kommunikation und Gleichberechtigung. Jungen können anschliessend lernen, wie sie ihr Wissen über Gleichberechtigung und den Abbau von traditionellen Männlichkeitsbildern auch an andere Jugendliche weitergeben. 

Dieses und andere Projekte für Mädchen weltweit, werden von uns durch den Mädchenfonds unterstützt.