Stipendien für Kamalari-Mädchen | Plan International Schweiz Direkt zum Inhalt

Stipendien für Kamalari-Mädchen

Im Westen Nepals ist das System der Kamaiya, eine Art Leibeigenschaft fest in der Gesellschaft verwurzelt. Besonders Mädchen im Alter von sechs bis 16 Jahren sind gefährdet, als Kamalari („hart arbeitende Frau“) an wohlhabende Familien verkauft zu werden. Dort müssen sie täglich bis zu 18 Stunden arbeiten. Plan International setzt sich für die Befreiung von Kamalari-Mädchen ein und verhilft Ihnen zu einer Ausbildung.

In den Distrikten Dang, Kailali und Kanchanpur konnten bereits mehr als 4'500 Mädchen aus der Leibeigenschaft befreit werden. Viele von ihnen leben heute wieder bei ihren Familien und besuchen die Schule. Allerdings können nur wenige Mädchen nach der zehnten Klasse ihre Ausbildung fortsetzen, da sie für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Die ehemaligen Kamalari-Mädchen erhalten mittlerweile zwar finanzielle Unterstützung vom nepalesischen Staat, doch die Beiträge reichen nicht aus, um alle Kosten zu decken. Viele der Mädchen sehen deshalb keine Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen oder ein Studium aufzunehmen, um so der Armut langfristig zu entkommen.  

Projektschwerpunkte

  • Ausbildungen ermöglichen
    In der ersten Phase des Projektes haben bereits 235 ehemalige Kamalari-Mädchen Stipendien erhalten, die ihnen den Besuch einer weiterführenden Schule, den Abschluss einer Ausbildung oder eines Bachelor- Studiums ermöglichen. Von ihnen befinden sich derzeit 60 Mädchen in der elften Klasse und 53 in der zwölften Klasse. Weitere 46 Mädchen bereiten sich erneut auf die Abschlussprüfungen vor, die sie beim ersten Mal nicht bestanden hatten. 17 Mädchen studieren im ersten, 13 im zweiten und 19 im dritten Jahr ihres Bachelor- Studiums. Weitere neun Mädchen bereiten sich derzeit auf die Wiederholung ihrer Bachelor-Abschlussprüfungen vor. Sieben Mädchen absolvieren eine dreijährige, elf eine 15- bis 18-monatige Ausbildung. Neben der Übernahme entstehender Ausbildungskosten überweisen wir den Mädchen regelmäßig einen festen Betrag, mit dem sie Transportkosten, Schuluniformen, Schreibmaterialien, ihre Unterkunft und Lebensmittel bezahlen. Die Verantwortung, die sie dadurch für ihr Leben und ihre Ausgaben übernehmen, stärkt die Eigenständigkeit und das Selbstbewusstsein der jungen Frauen.
  • Gründung von Lerngruppen
    Im Rahmen des Projektes unterstützen wir die Gründung von Lerngruppen von jeweils etwa zehn ehemaligen Kamalari- Mädchen. Sie treffen sich regelmäßig, um sich beim Lernen gegenseitig zu unterstützen, aber auch, um sich über persönliche Interessen und Erfahrungen auszutauschen. Denn die Mädchen haben oft ähnliches erlebt und haben Verständnis füreinander. Dies hilft ihnen dabei, sich gegenseitig zu bestärken und zu helfen. Aus jeder Gruppe wird ein Mädchen zur Gruppensprecherin gewählt. Diese im Projekt „Champions“ genannten Sprecherinnen nehmen an speziellen Schulungen teil, in denen sie lernen, wie sie die Gruppen leiten und gemeinsame Treffen organisieren. Die Champions vertreten die Interessen ihrer Gruppen auch nach aussen und vernetzen sich mit anderen Gruppen ehemaliger Kamalari-Mädchen.
  • Arbeitsmarktanalyse und Berufsberatung
    In den drei Projektregionen führen wir Arbeitsmarktanalysen durch, die den Bedarf an Arbeitskräften und mögliche Beschäftigungsfelder aufzeigen. Da viele ehemalige Kamalari-Mädchen nicht wissen, wie und wo sie sich nach ihrem Abschluss bewerben sollen, beraten wir die Mädchen bei ihrer Berufswahl und begleiten sie während des Bewerbungsprozesses. In einem dreimonatigen Kurs lernen sie ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Sie erhalten einen Englisch Sprachkurs, erlernen die Grundlagen der Buchhaltung und bekommen eine Computer-Schulung. In einem weiteren Angebot werden die jungen Frauen zu Führungskräften ausgebildet, um sie optimal auf den Eintritt in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. 

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