Häufige Fragen | Plan International Schweiz Direkt zum Inhalt

Häufige Fragen

In unseren FAQ finden Sie häufige Fragen und Antworten zum Kinderhilfswerk Plan International generell sowie zu unseren Patenschaften.

Zu Plan International generell

Zur Kinderpatenschaft

Wie wird sichergestellt, dass mein Geld auch wirklich an den richtigen Ort gelangt?

Effizienz und Transparenz sind Plan International wichtig. Wir publizieren die Zahlen zur Verwendung der Gelder in den Entwicklungsländern genauso wie zu den Fundraisingmassnahmen in den Geberländern. Nicht nur die Finanzen legen wir offen. Regelmässig überprüfen wir die Wirkung unserer Arbeit in der ganzen Welt und veröffentlichen in Länderberichten, was wir erreicht und gelernt haben.

Ist bei allen Projekten Nachhaltigkeit und Sozialverträglichkeit gegeben?

Nachhaltigkeit ist einer unserer wichtigsten Grundsätze. Plan International will die Lebensbedingungen der Kinder und ihrer Familien dauerhaft verbessern. Deshalb setzen wir von Anfang an auf die intensive Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft. Nachhaltigkeit heisst für uns auch, dort weiterhin zu helfen, wo die Scheinwerfer der internationalen Medien bereits wieder verschwunden sind.

Ich möchte vor Ort helfen – kann ich in einem Projekt von Plan International mitarbeiten?

Die Plan-Mitarbeitenden vor Ort stammen fast ausnahmslos aus dem jeweiligen Projektgebiet und werden auch dort rekrutiert. Plan International Schweiz vermittelt deshalb keine freiwilligen Projekt-Einsätze. Sie können sich aber gerne einer Aktionsgruppe von Plan International in der Schweiz anschliessen: Hier treffen sich Patinnen und Paten, um sich auszutauschen und sich für benachteiligte Kinder stark zu machen.

Kann ich meine Beiträge für Plan International Schweiz von den Steuern abziehen?

Ja, Sie können Ihren Spendenbeitrag von den Steuern abziehen. Plan International Schweiz ist auf Grund seines gemeinnützigen Zweckes steuerbefreit. Sie erhalten von uns zu Beginn jedes Jahres automatisch einen Spendennachweis, den Sie bei Ihrer Steuererklärung geltend machen können.

Ist Plan International Schweiz ZEWO-zertifiziert?

Nein, Plan International Schweiz verfügt nicht über das ZEWO-Zertifikat. Dies liegt daran, dass die ZEWO Einzelkind-Patenschaften generell ablehnt. Einzelkind-Patenschaften sind als Spendenform international anerkannt, die Stiftung ZEWO ist europaweit die einzige Zertifizierungsstelle, die keine Hilfsorganisationen zertifiziert, die Kinderpatenschaften anbieten. Lesen Sie hier den Artikel "Hilfsloses Werk" der Handelszeitung vom 15. Dezember 2011 (pdf 188.31 KB) zu dieser Thematik.

Weshalb fokussiert sich Plan International auf die Förderung von Mädchen?

Erst 1979 einigte sich die UN auf die Konvention gegen Diskriminierung von Frauen. Die im Jahre 1989 beschlossene UN-Kinderrechtskonvention spricht sich eindeutig für die Gleichstellung der Geschlechter aus. Trotzdem stehen Mädchen in vielen Ländern dieser Welt immer noch im Hintergrund. Plan verfolgt das Ziel, Mädchen und Jungen in den Programmländern den gleichen Zugang zu Gesundheit und Bildung zu ermöglichen.
 
In den Projektgebieten verfügen die Menschen meist nur über sehr begrenzte Mittel. Diese werden eher für die Jungen als für die Mädchen einer Familie verwendet. Im Krankheitsfall erhalten Jungen eher eine ärztliche Versorgung, Jungen haben meist Zugang zu den besseren Nahrungsmitteln und die Familien bevorzugen Jungen in der Schulausbildung, vor allem wenn Schulgebühren zu zahlen sind. Diese Benachteiligung ist nicht auf die Familienebene beschränkt. Mädchen werden von den Lehrkräften oft weniger gefördert als Jungen, und in der öffentlichen Meinung wird dem Schulbesuch von Mädchen und Jungen nicht die gleiche Bedeutung beigemessen. 
 
Jungen und Mädchen werden bei Plan deshalb gleichermassen gefördert, jedoch unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Benachteiligungen. Wir setzen uns dafür ein, dass Mädchen und Jungen gleiche Rechte und Chancen erhalten. Selbst bei spezifischen Benachteiligungen von Mädchen, wie der Abtreibung weiblicher Föten, arbeitet Plan ebenfalls eng mit Jungen und Männern zusammen, da sie eine wichtige Rolle für die Lösung dieser Kinderrechtsverletzung spielen. 

Was bedeutet Kindorientierte Gemeindeentwicklung?

Bereits 1989 wurde die Kinderrechtskonvention von der UN verabschiedet: In 54 Artikeln werden weltweit geltende Rechte für Kinder definiert. Mit dem Ansatz der kindorientierten Gemeindeentwicklung begegnet Plan International der Kinderarmut und Kinderrechtsverletzungen. Kinder spielen neben allen am Projekt beteiligten Erwachsenen eine aktive und wichtige Rolle bei der Überwindung von Armut. Unter dem Motto „Mit Kindern und für Kinder“ ermutigen wir Mädchen und Jungen, sich an den Veränderungen in ihrem Umfeld zu beteiligen. 

Kindorientierte Gemeindeentwicklung zielt weniger auf schnelle Ergebnisse ab, sondern auf Bewusstseinsbildung und wachsende Selbstbestimmung. Wir setzen uns für eine Gleichberechtigung der Geschlechter ein, klären über Kinderrechte auf und unterstützen sozial ausgegrenzte Bevölkerungsgruppen wie Mädchen, Kinder mit besonderem Förderungsbedarf, Kinder aus ethnischen Minderheiten, Strassenkinder oder Opfer von Kinderhandel. Dabei unterstützen wir unterschiedliche Projekte wie Workshops, Aufklärungskampagnen und Jugendclubs, in denen Mädchen und Jungen lernen, sich frei zu äussern und für ihre Rechte einzutreten. Damit geben wir den Kindern eine Stimme.

Bei der strategischen Ausrichtung der Programmarbeit schauen wir darauf, welche Rechte in einem Programmland durch die staatlichen Stellen nicht erfüllt werden. Können die staatlichen Stellen Leistungen, beispielsweise den Zugang zu Bildungsangeboten, nicht zur Verfügung stellen, dann versuchen wir gemeinsam mit den Gemeinden eine Lösung zu finden. Dieses kann in einem Programmland bedeuten, dass Plan International zusammen mit der Gemeinde eine Schule baut, aber in einem anderen Land sich zusammen mit den Regierungsstellen für die Lehrerausbildung einsetzt. Der Blick auf die Kinderrechte und auf die individuellen Möglichkeiten eines Programmlandes sind der Grund dafür, dass die Programmarbeit von Land zu Land oder Kontinent zu Kontinent unterschiedlich aussieht.

Kann ich mein Patenkind wählen?

Sie können wählen, ob Ihr Patenkind ein Knabe oder ein Mädchen sein soll und aus welchem Land es stammen soll. Ihr Patenkind kommt aus einer bedürftigen Familie in einer der Plan-Partnergemeinden. Das Patenkind wird nicht von Plan International bestimmt, sondern von der Dorfgemeinschaft selber.

Wie lange dauert eine Patenschaft?

Normalerweise endet die Patenschaft mit dem 18. Lebensjahr Ihres Patenkindes. Wenn Sie Ihre Patenschaft vorher beenden möchten, können Sie dies jederzeit und ohne Kündigungsfrist schriftlich oder telefonisch tun.

Wofür wird mein Geld eingesetzt?

Die Patenschaftsbeiträge werden für Projekte verwendet, die Ihrem Patenkind zu Gute kommen. Ziel ist, die Lebensumstände der Kinder und ihrer Familien nachhaltig zu verbessern. Mit Ihrem Beitrag helfen Sie zum Beispiel eine Schule oder eine Krankenstationen zu errichten, Impfungen durchzuführen oder Brunnen zu bauen. So kommt Ihr Beitrag allen Kindern in der Gemeinde Ihres Patenkindes zu Gute.

Welche Informationen erhalte ich als Patin/Pate?

Sobald Sie sich als Pate oder Patin angemeldet haben, erhalten Sie von Plan International Schweiz den Lebenslauf und ein Foto Ihres Patenkindes sowie Informationen über das Land und das soziale Umfeld, in dem Ihr Patenkind lebt (pdf 4.52 MB). Ausserdem informiert Sie Plan International einmal jährlich über die Veränderungen im Leben Ihres Patenkindes und im Alltag der Dorfgemeinschaft. Sie erhalten aktuelle Fotos und einen Projektbericht. Regelmässig informieren wir Sie zudem mit unserer Spender-Zeitschrift PlanInfo über aktuelle Themen unserer Arbeit.

Wie funktioniert der Briefaustausch mit meinem Patenkind?

Ein Brief durchläuft auf dem Weg zum Patenkind einige Stationen: Nach Empfang im schweizer Büro in Zürich werden Sendungen geöffnet, geprüft, verpackt und ein Eintrag wird im Computersystem vorgenommen. Ist eine Übersetzung ins Englische notwendig, wird diese mit Hilfe der ehrenamtlichen Übersetzer erstellt. Die Post wird monatlich in das deutsche Büro in Hamburg geschickt. Gemeinsam mit der Post aus anderen Plan-Büros in Europa versendet das deutsche Büro monatlich per Kurier Post in die Projektgebiete. 

Nach Ankunft befindet sich die Post im Zolllager. Plan International versucht durch Einschaltung zuständiger Behörden, die Pakete zollfrei einführen zu dürfen. Ist die Post im Länderbüro angekommen, erfolgt die Sortierung, Übersetzung in die lokalen Sprachen, die Weiterleitung in das Projektgebiet des Patenkindes und von dort in die Gemeinde. Diese Auslieferung wird mit anderen anstehenden Aktivitäten verbunden, um doppelte Wege zu vermeiden und kostengünstig zu arbeiten. 

Sind die Briefe oder Geschenke in der Gemeinde eingetroffen, folgt die baldige Übergabe durch meist ehrenamtliche Gemeindehelfer. Ist die Familie nicht zuhause, wird die Post verspätet überreicht. Der letzte Schritt ist ein ganz besonderer: Ihr Patenkind freut sich mit seiner Familie über Ihre Post und teilt die Neuigkeiten mit seinen Freunden. Wir lassen dem Patenkind einige Wochen Zeit für eine Antwort. Dann besucht ein Gemeindehelfer die Familie erneut, um einen Brief einzusammeln oder mit dem Kind eine Antwort anzufertigen. Ist diese erstellt, wird der Brief auf die lange Reise zurück nach Deutschland geschickt - mit ganz ähnlichen Etappen wie auf dem Hinweg. Pro Richtung benötigen die Sendungen etwa drei Monate.

Wie viel kostet eine Patenschaft pro Monat?

Mit nur 45 Franken pro Monat, also 1.50 Franken pro Tag, werden die Lebensumstände vor Ort nachhaltig verbessert.

Wie kann ich meine Patenschaft bezahlen?

Sie können die Patenschaft per Dauerauftrag oder mit Einzahlungsscheinen bezahlen. Wir empfehlen Ihnen, einen Dauerauftrag einzurichten. Damit helfen Sie uns, die Administrationskosten tief zu halten.

Bekommt mein Patenkind weiter Unterstützung von Plan International, wenn ich meine Patenschaft kündige?

Das Kind und die ganze Familie werden auch weiterhin von Plan-Projekten profitieren, solange es in einem Gebiet lebt, in dem Plan International tätig ist.

Werden Patenkinder im Vergleich zu den übrigen Kindern bevorzugt behandelt?

Alle Kinder werden gleich behandelt. Das Spendengeld fliesst direkt in Projekte, von denen die ganze Dorfgemeinschaft profitiert.

Sind Kinderpatenschaften ein irreführendes Werbemittel, wenn die Gelder doch einer Gruppe respektive einem Projekt zugute kommen?

Die Kinder sind Botschafter für ihr Dorf – das ist ihnen und den Patinnen und Paten von Anfang an klar. Zudem weisen wir immer offen darauf hin, dass die Patenschaftsbeiträge nicht an einzelne Kinder überwiesen werden, sondern in Projekte in der Gemeinschaft des Patenkindes fliessen. Trotzdem stehen die Kinder im Mittelpunkt unserer Arbeit. Wir sind überzeugt, dass Veränderung nur gelingt, wenn Kinder ernst genommen werden, wenn sie ihre Anliegen offen äussern und mitwirken können.

Was sind die langfrisitgen Auswirkungen einer Patenschaft?

Plan International hat im Jahr 2015 erstmals eine Untersuchung mit dem Ziel durchgeführt, den Einfluss und die Auswirkungen von Patenschaften auf Patenkinder abzubilden. Hierfür wurden vier Länder ausgewählt, die stellvertretend für ihre Region stehen: Kambodscha, Äthiopien, Ghana und Peru. In den Befragungen kommen die jeweiligen Plan-Teams in den Projektgebieten zu Wort, die ortsansässigen Familien - mit und ohne Patenkind -, sowie Lehrkräfte und weitere Gemeindemitglieder. Insgesamt wurden 543 Menschen vor Ort befragt. 

Die Ergebnisse der Studie sprechen eine deutliche Sprache: Patenkind zu sein hat viele positive Auswirkungen. Ein Patenkind kann mit dem Paten kommunizieren und dieser Kontakt bietet dem Kind oder Jugendlichen die Chance, andere Lebens- und Sichtweisen kennenzulernen. Durch die Schreiben ihrer Paten bekommen die Patenkinder das Gefühl vermittelt, dass sich ausser ihrer Eltern noch jemand für sie interessiert und einsetzt. Eine Patenschaft bestärkt die Kinder in ihrem Selbstvertrauen und in ihren Sozialkontakten - so das Fazit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie. Weiter zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass Patenkinder häufiger zur Schule gehen, sich höhere Ziele stecken und insgesamt bessere Leistungen als Kinder ohne Patenschaft erzielen. Zudem beteiligen sie sich aktiver in ihrem Umfeld und übernehmen Führungsrollen. Nicht zuletzt bedeutet die Aufnahme ins Patenschaftsprogramm für ein Patenkind auch, dass ihm innerhalb seines Umfeldes eine besondere Aufmerksamkeit in der Rolle des Botschafters für eine Gemeinde zuteilwird.